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Laminat-Untergrund: Dinge, die zu beachten sind

Einen Laminatboden zu verlegen, ist mit modernem Klick-Laminat nahezu ein Kinderspiel. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch ein geeigneter Laminat-Untergrund. Stimmt hier etwas nicht, knarrt es später gegebenenfalls. In bestimmten Fällen sind deshalb Vorbereitungen vor der eigentlichen Verlegung des Laminats notwendig. Und auch die richtige Unterlage unter dem Bodenbelag spielt eine Rolle. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie hier.

Laminat: Welche Untergründe eignen sich grundsätzlich?

Laminat lässt sich auf den unterschiedlichsten Untergründen verlegen. Infrage kommen:
  • mineralische Untergründe wie Estrich und Beton
  • Bodenkonstruktionen aus OSB-Holzplatten
  • Holzdielenböden und sogar alte Parkettböden
  • andere Hartböden, etwa aus Stein oder PVC
Teppich eignet sich dagegen leider nicht. Zum einen ist er als Laminat-Untergrund zu weich, was möglicherweise zu einem Knirschen und sogar zu Beschädigungen der Paneele führt. Zum anderen befindet sich in altem Teppichboden Schmutz, der sich auch bei noch so gründlicher Reinigung kaum entfernen lässt. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Teppich schimmelt oder verfault.
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Technische Anforderungen von Laminat an den Untergrund

Ein geeigneter Laminat-Untergrund ist eben, stabil und trocken. Das bedeutet konkret:
  • Die Höhenunterschiede und Unebenheiten der Oberfläche sollten nicht größer als drei Millimeter je laufendem Meter sein.
  • Der Laminat-Untergrund muss druckfest sein. Dieses Kriterium erfüllen alle bereits genannten Untergründe, sofern ordnungsgemäß ausgeführt.
Der Estrich in einem Neubau muss vollkommen trocken sein. Bei Zementestrich entspricht das einer zulässigen Restfeuchte von 2 Prozent nach der CM-Methode (Messverfahren zur Beurteilung des Feuchtegehaltes). Für Calciumsulfatestrich gilt ein Grenzwert von 0,5 CM-Prozent. Bei einer Fußbodenheizung gelten geringere Werte von 1,8 CM-Prozent beziehungsweise 0,3 CM-Prozent.

Falls notwendig: Unebenheiten des Untergrunds beseitigen

Die Ebenheit des Bodens stellt vor allem in Altbauten oft ein Problem dar. Dort ist der Estrich schon mal krumm und schief. Auch Holzdielenböden sind oft nicht besonders gerade. Was tun? Die Empfehlungen ignorieren und noch bei vier oder gar fünf Millimetern Höhenunterschied den Boden verlegen? Dann besteht die Gefahr, dass es knirscht, knarrt oder gar zu Beschädigungen der Paneele kommt. Deshalb ist es besser, die Unebenheiten vorher zu beseitigen.
Bei Estrich und Beton lassen sich Unebenheiten auf mehrere Arten beseitigen:
  • Erhöhungen abschleifen
  • Vertiefungen mit Spachtel füllen
  • Boden mit Ausgleichsmasse begradigen
Abschleifen und Spachteln kommen eher für örtlich begrenzte Buckel und Dellen in Betracht. Eine selbstverlaufende („selbstnivellierende“) Ausgleichsmasse ist ideal, um den Boden des gesamten Zimmers zu begradigen. Sie ist so flüssig, sodass Sie sie ganz leicht mit der Kelle verteilen können.

Bei Holzdielen kommt in der Regel nur ein Abschleifen infrage. Prüfen Sie vorher, ob Dielen locker sind, und befestigen Sie diese bei Bedarf.

Schon verlegtes Laminat: Unebenheiten nachträglich ausgleichen?

Es besteht keine Möglichkeit einer nachträglichen Korrektur des Laminats-Untergrunds bei verklebtem Laminatboden. Dieser lässt sich nicht entfernen, ohne die Dielen zu zerstören.

Anders verhält es sich bei nicht verleimtem Klick-Laminat: Um Unebenheiten nachträglich auszugleichen, nehmen Sie es ganz oder teilweise heraus. Befindet sich diese nur an einer bestimmten Stelle, fangen Sie in der nächstgelegenen Raumecke an, das Laminat zu entfernen.

Wichtig: Nummerieren Sie die einzelnen Dielen auf der Rückseite. Dadurch fällt die erneute Montage leichter. Zum Spachteln oder Abschleifen des Untergrunds müssen Sie zudem die Dampfsperre und die Trittschalldämmung entfernen. Achten Sie später darauf, dass beides wieder ordnungsgemäß liegt.

Grundsätzlich besteht eine gewisse Gefahr, dass bei der Demontage Dielen kaputtgehen. Wägen Sie deshalb ab, ob die Unebenheiten so gravierend sind – vor allem, wenn es sich um älteres Laminat handelt und Sie keine Ersatzdielen haben.
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Dämmung und Co: Welche Laminatunterlage brauche ich?

Unabhängig von der Restfeuchte des Bodens ist bei mineralischen Untergründen auf jeden Fall eine Dampfsperre erforderlich. Sie schirmt das Laminat gegen möglicherweise aufsteigende Feuchtigkeit ab. Üblich ist eine PE-Folie mit einer Stärke von 0,2 Millimetern.

Über die Dampfbremse kommt die eigentliche Laminatunterlage. Sie stellt die Trittschalldämmung dar. Die Verringerung des Trittschalls ist in Dezibel (dB) angegeben. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto besser.
Wichtig ist darüber hinaus die Durchlässigkeit für Wärme der Laminatunterlage:
  • Bei fußkalten Untergründen wie Estrich und Beton ohne Fußbodenheizung ist eine wärmeisolierende Laminatunterlage vorteilhaft. Hier lohnt ein Blick auf die Produktbeschreibung.
  • Bei einer Fußbodenheizung ist es umgekehrt: Hier ist die Laminatunterlage am besten möglichst wärmedurchlässig. Worauf dabei genau zu achten ist, lesen Sie in unserem Artikel zu Laminat und Fußbodenheizungen.
Möchten Sie sich Arbeit sparen, kommt auch eine Laminatunterlage infrage, die eine Trittschalldämmung und eine Dampfsperre in sich vereint. In diesem Fall sind die Stöße der Unterlage mit Aluklebeband zu verbinden, damit sie dicht ist. Bei einem zweischichtigen Aufbau ist das nur bei der Dampfsperre notwendig, nicht bei der Trittschalldämmung.