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Rennräder: Straßenrenner für Fitness und Sport

Es wird Zeit, mal wieder etwas Sport zu treiben – aber Ihnen steht nicht der Sinn nach einem stickigen Fitnessstudio? Mit einem Rennrad verlegen Sie das Ausdauertraining an die frische Luft und genießen dabei die Landschaft. Außerdem ist es schnell, sodass Sie längere Strecken in Windeseile zurücklegen. Vor der Anschaffung stehen allerdings ein paar Fragen im Raum. Etwa, aus welchem Material der Rahmen des Rads sein sollte und welche Strecken infrage kommen. Hier finden Sie die Antworten.
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Die Basics: Typische Merkmale der schnellen Räder

Ein Rennrad hebt sich schon durch den Lenker von normalen Bikes ab: Der Rennlenker ermöglicht drei verschiedene Griffpositionen. Beim sogenannten Unterlenkergriff sitzen Sie stark vorgebeugt auf dem Rad, sodass der Luftwiderstand am geringsten ist. Beim Oberlenkergriff halten Sie ihn nahe an der Klemmung, was eine etwas aufrechtere, entspanntere Haltung ergibt. Und dazwischen gibt es noch die Möglichkeit, sich an den Schaltbremsgriffen aufzustützen.

Der Rahmen ist auf Aerodynamik und optimale Kraftübertragung ausgelegt. Er ist relativ lang im Vergleich zur Höhe, was die gestreckte Sitzposition unterstützt. Dadurch lastet weniger Ihres Gewichts auf dem Sattel und umso mehr auf den Pedalen. Das verbessert die Kraftübertragung von Ihren Beinen zum Antrieb.
Gangschaltungen mit 12 oder mehr Gängen sind der Standard bei Rennrädern. Durch die große Bandbreite an Übersetzungen können Sie jeder Situation mit einer optimalen Trittfrequenz begegnen: am Berg ebenso wie auf gerader Strecke bei hoher Geschwindigkeit.

Warum haben Rennräder eigentlich so schmale Reifen?

Ein weiteres auffälliges Detail sind die schmalen Reifen. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen bieten sie einen geringeren Luftwiderstand, weil die Stirnfläche von vorn kleiner ist. Zum anderen sorgt die kleine Auflagefläche für einen reduzierten Rollwiderstand.
Allerdings sind Rennradreifen heute nicht mehr so extrem schmal wie früher. Es gab Zeiten, da wurden Ausführungen mit nur 20 Millimetern Breite gefahren. Die waren jedoch sehr empfindlich und benötigten einen sehr hohen Luftdruck, weshalb sie extrem hart abrollten.

Inzwischen sind Breiten zwischen 25 und 28 Millimetern üblich. Sie eignen sich besser für die durchschnittliche Straße und sind aufgrund des geringeren Luftdrucks komfortabler. Die Regel sind, je nach Reifentyp und Körpergewicht, heute etwa 6 bis 8 bar. Je schmaler die Reifen und je höher das Körpergewicht, desto höher der Druck. Wichtig: Beachten Sie beim Aufpumpen immer den zulässigen Maximaldruck der Reifen.
Grundsätzlich ist die Eigenfederung der Reifen spürbar geringer als bei normalen Alltagsrädern. Deswegen eignen sie sich nicht für alle Strecken gleichermaßen.
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Wo kann ich am besten mit einem Rennrad fahren?

Ideal sind Straßen in einem guten Zustand ohne Beschädigungen. Radwege kommen ebenfalls infrage, sofern sie durchgängig und nicht durch Bordsteine unterbrochen sind. Risse und Löcher im Asphalt, häufige Querfugen und Kopfsteinpflaster sind auf dem Rennrad eher unangenehm. Die Stöße werden nur wenig abgefedert. Lassen sich solche Streckenabschnitte nicht vermeiden? Dann hilft vorausschauendes Fahren: Greifen Sie den Lenker lockerer und verlagern Sie Ihr Gewicht stärker auf die Pedale oder heben Sie sich ganz aus dem Sattel.
Auf unbefestigten Wegen müssen herkömmliche Rennräder für die Straße, auch bekannt als Road Bikes, passen: Auf Schotter finden die schmalen Reifen nur wenig Halt und spitze Steine erhöhen die Pannengefahr deutlich.
Ihnen gefallen schnelle und sportliche Räder mit Rennlenker, aber Sie möchten auch abseits befestigter Straßen fahren? Damit sind Sie nicht allein. Deshalb gibt es seit einigen Jahren eine spezielle Variante: Gravel Bikes. Diese unterscheiden sich insbesondere durch breitere, robustere Reifen mit 30 Millimetern und mehr von Road Bikes. Rahmen und Gabel sind darauf abgestimmt, sodass die Gummis nicht schleifen.
Für schwieriges Gelände sind Gravel Bikes allerdings weniger geeignet. Dann empfiehlt es sich, zu einem Mountainbike zu greifen. Zu diesem Typ Fahrrad halten wir einen eigenen Ratgeber für Sie bereit.

Das Material: Ist Aluminium oder Carbon besser?

Eine der wichtigsten Fragen beim Kauf ist die nach dem richtigen Material. Stahl ist ein traditioneller und bewährter Werkstoff, heute bei Rennradrahmen jedoch eher selten. Die meisten Modelle bestehen inzwischen aus Aluminium oder Carbon. Beide Materialien haben Vor- und Nachteile:
  • Carbon ist extrem leicht – allerdings auch teuer, was sich im Preis des Bikes niederschlägt. Dazu gesellt sich ein spezifischer Nachteil des Verbundwerkstoffs aus Kunstharz und Kohlefasern: Umkippen oder Stürze können unsichtbare Schäden verursachen, die später zu einem plötzlichen Bruch führen. Deshalb wird empfohlen, Rahmen und/oder Gabel in einem solchen Fall beim Hersteller oder einem Prüfinstitut durchchecken zu lassen. Ein Carbonrad will also sorgsam behandelt werden.
  • Aluminium ist zwar etwas schwerer, jedoch preisgünstiger. Zudem ist es unempfindlicher und langlebiger. Für Einsteiger ist es in der Regel das bessere Material. Ein kleiner Nachteil bei Aluminium besteht darin, dass es recht starr ist. Deshalb fühlt sich ein Fahrrad aus Alu meist „härter“ an als die Kohlefaser-Konkurrenz. Manche Hersteller kombinieren einen Alurahmen mit einer Gabel aus Carbon. Diese ist leicht flexibel, was den Fahrkomfort erhöht.
Sowohl bei Aluminium- als auch Carbonteilen gilt: Ziehen Sie Schrauben nur mit einem Drehmomentschlüssel fest. Beim Anziehen nach Gefühl besteht die Gefahr, dass es zu Rissen im Material kommt. Dadurch kann es später ohne Vorwarnung brechen. Dieses Risiko ist bei Kohlefaser besonders hoch, aber auch bei Alu ist eine gewisse Vorsicht angebracht.

Die Bremsen: Felgenbremse oder Scheibenbremse?

Lange Zeit gab es Rennräder nur mit Felgenbremsen. Inzwischen kommen immer mehr Modelle mit Bremsscheiben auf den Markt. Doch ist eine Variante besser als die andere?
  • Für Felgenbremsen spricht, dass sie sehr leicht sind. Außerdem sind sie einfacher zu warten und optisch unauffälliger. Deshalb sind sie noch heute eine beliebte Wahl, zu der weiterhin viele Profis für ihren Sport greifen. Ebenfalls erfreulich: Felgenbremsen sind günstiger als die Konkurrenz mit Schreiben.
  • Eine Scheibenbremse besitzt eine stärkere Bremswirkung, die sich primär in bergigen Gegenden und bei Regen bemerkbar macht. Denn Nässe vermindert die Reibung zwischen Bremsbelägen und Scheiben nur unwesentlich. Ferner sind diese Bremsen robuster und funktionieren selbst dann noch problemlos, wenn die Felge eine „Acht“ hat. Allerdings ist ein Rad mit Scheibenbremsen im Durchschnitt teurer.
Sie sehen: Es gibt gute Gründe für beide Varianten. Die tatsächlichen Unterschiede im Alltag sind nicht so groß. Somit ist die Entscheidung nicht zuletzt eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Sie haben ein Rennrad gefunden, das Ihren Vorstellungen entspricht? Wie Sie die passende Rahmenhöhe ermitteln, verraten wir Ihnen hier.