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Linoleum: Pflege für den natürlichen Kunststoffboden

Linoleum nimmt unter den Bodenbelägen eine Sonderstellung ein: Das Material aus natürlichen Rohstoffen ist fast so robust und pflegeleicht wie andere Kunststoffe. Je nach Ausführung des Linoleums gibt es bei der Pflege aber Unterschiede. Während einige Varianten sofort nutzbar sind, empfiehlt sich bei anderen eine Versiegelung nach der Verlegung. Warum das so ist und was das Wachsen des Bodens bringt, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Produkten und Beschichtungen auf dem Markt sind folgende Tipps als allgemeine Hinweise zu gedacht. Achten Sie bei neuen Böden bezüglich der richtigen Linoleum-Pflege immer auf die Hinweise des Herstellers.
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Neues Linoleum versiegeln: Wann ist es notwendig?

Linoleum ist heutzutage mit unterschiedlichen Oberflächen verfügbar. Von diesen hängt ab, ob sofort nach der Verlegung eine Versiegelung erforderlich ist.
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Ein großer Teil des heute verkauften Linoleums besitzt bereits eine werksseitige Vergütung. Sie besteht aus einer Beschichtung der Oberfläche mit Polyurethan. Das macht die Linoleum-Pflege extrem einfach: Sie unterscheidet sich nicht von der anderer Bodenbeläge aus Kunststoff. Es ist nicht notwendig, nach dem Verlegen das Linoleum zu versiegeln.
 
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Bei naturbelassenem Linoleum steht nach dem Verlegen eine Grundreinigung an. Danach wird die offenporige Oberfläche versiegelt. Bei dieser Erst- oder Einpflege kommt statt Wachs dabei heute meist Permanent-Versiegelung auf Kunststoffbasis zum Einsatz. Grundsätzlich wäre die Behandlung mit Wachs ebenso möglich – falls ein durch und durch natürlicher Bodenbelag gewünscht ist.
 
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Daneben gibt es noch Linoleum mit einer Kurzzeit-Versiegelung. Sie dient nur dazu, die Oberfläche auf der Baustelle zu schützen. Sobald der Boden installiert ist, wird dieses Siegel durch eine intensive Grundreinigung abgetragen. Danach kommt die endgültige Schutzschicht auf den Boden.
 
Klingt kompliziert? Keine Sorge: Wenn Sie Linoleum für den Privatbereich kaufen, handelt es sich in den allermeisten Fällen um die Variante mit werksseitiger Vergütung. Sie müssen sich also nicht den Kopf zerbrechen, wie Sie das Linoleum versiegeln. Zur Sicherheit empfiehlt sich ein Blick in die Produktbeschreibung.

Falls Sie sich für die naturbelassene Ausführung entscheiden: Diese wird hauptsächlich von Fachbetrieben angeboten und verlegt. Hier bietet es sich an, die erstmalige Linoleum-Pflege ebenfalls den Profis zu überlassen.

Mit Wachs Linoleum versiegeln: Nachteile und Vorteile

Komplett ohne Schutzschicht kommt kein Linoleum aus. Im Rohzustand ist die Oberfläche offenporig, saugfähig und somit zu empfindlich. Für Wachsen allein spricht, dass der Boden dadurch durch und durch natürlich bleibt. Linoleum auf diese Weise zu versiegeln, hat jedoch Nachteile: Der Schutz ist weniger effektiv und die Linoleum-Pflege deutlich aufwendiger. Der Schutz durch eine Permanent-Vergütung oder -Versiegelung ist wesentlich wirkungsvoller. Zudem ist diese abriebfest und muss nicht regelmäßig aufgefrischt werden. Anders als bei Parkett ist der optische Unterschied zwischen den verschiedenen Varianten auch nicht besonders groß.
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Glanz und Schutz: Womit das Linoleum pflegen?

Falls Sie einen neuen Linoleumboden mit Permanent-Vergütung haben, ist keine Behandlung mit Bohnerwachs erforderlich. Das Linoleum zu wachsen, schadet jedoch nicht. Es empfiehlt sich beispielsweise, falls die Oberfläche besonders glänzend sein soll – deswegen ist es auch als Polierwachs bekannt. Außerdem sorgt es für eine dünne, zusätzliche Schutzschicht. Bohnerwachs gibt es in verschiedenen Formen:
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Festes Bohnerwachs wird in Dosen und Tuben angeboten. Um es aufzutragen, geben Sie es auf ein Baumwolltuch und reiben den Boden damit ein. Diese Variante hat den Vorteil, dass sie weniger Lösungsmittel enthält. Allerdings erfordert der Auftrag mehr Arbeit.
 
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Flüssiges Bohnerwachs können Sie bei fugenlosen Linoleumböden – nicht bei Klick-Linoleum – direkt auf die Oberfläche träufeln. Es lässt sich leicht mit einem Baumwolltuch verteilen, das Sie um einen Wischmopp wickeln. Achten Sie wegen des hohen Anteils an Lösungsmitteln auf eine gute Belüftung.
 
Anschließend muss das Wachs mindestens 15 bis 20 Minuten trocknen, ähnlich wie Schuhcreme. Vorsicht: Während dieser Zeit ist der Boden extrem rutschig! Sobald sich die Oberfläche trocken anfühlt, lässt sie sich polieren. Grundsätzlich reicht dazu ein Lappen aus Baumwolle. Schneller und einfacher geht es mit einem Bohnerbesen. Dieses Hilfsmittel verfügt über einen Stiel mit Kugelgelenk und einen beschwerten Kopf.

Bevor Sie das Linoleum wachsen, ist eine gründliche Reinigung des Bodens ratsam, damit die Wachsschicht keinen Schmutz einschließt. Außerdem empfiehlt es sich, vorher Schäden an der Oberfläche auszubessern. Wie das geht, lesen Sie hier.
 

Linoleum ölen: Ist es sinnvoll oder nicht?

Bis heute kursiert der Tipp, Linoleum mit einer Mischung aus Leinöl und Terpentin aufzufrischen. Er stammt aus einer Zeit, als es noch keine modernen Versiegelungen gab und Linoleum grundsätzlich nur gewachst wurde. In diesem Fall löst das Terpentin die Wachsschicht an. Dadurch kann sich das Leinöl mit dem Linoleum verbinden, wodurch eine spröde Oberfläche wieder weich wird. Linoleum zu ölen, hat aber einen Haken: Bei wiederholter Behandlung wird es immer weicher und empfindlicher. Diese Methode ist also mit Vorsicht zu genießen. Außerdem ist danach ein erneutes Wachsen notwendig.

Bei einem Linoleum mit permanenter Vergütung oder Versiegelung funktioniert dieser Trick zur Linoleum-Pflege nicht: Die Mischung dringt nicht in die Oberfläche ein.
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Wann muss Linoleum neu beschichtet werden?

Eine Neubeschichtung ist erst nach einer intensiven Grundreinigung beziehungsweise Aufarbeitung, die die bestehende Schutzschicht entfernt, notwendig. Bei modernen Linoleumböden ist das im Privatbereich nach vielen Jahren der Fall – oder gar nicht, dank langlebiger Permanent-Vergütungen.
Bei älteren, nur mit Wachs behandelten Böden bestehen nach einer Aufarbeitung zwei Möglichkeiten, das Linoleum neu zu beschichten: Mit einem Siegel auf PU-Basis lässt sich der Belag sozusagen auf den neuesten technischen Stand bringen. Die andere Option besteht darin, den Boden weiterhin mit Wachs zu behandeln.
Sie haben einen alten Bodenbelag, den Sie nicht nur reinigen, sondern auch optisch verändern möchten? Wie sich Linoleum streichen lässt, lesen Sie hier.